Sportsenatorin Dinges-Dierig startet Jedermann-Rennen und den Profi-Klassiker

12. Vattenfall Cyclassics: Die Sportstadt Hamburg zeigt sich von der besten Seite

Erst die Youngclassics, dann die Jedermänner und die international besten Straßenfahrer der Profi-Elite – an vier Tagen haben mehr als 20 000 Radsportler unterstrichen: „Hamburg steht hinter den Werten Teamgeist und Fairness“ (Bürgermeister Ole von Beust).

Auch in diesem Jahr waren die vielen Zuschauer - an den Straßen, an der Elbe und der Alster - den Rennradfahrern Ansporn zu höchsten Leistungen. „Die Popularität zu großartigen sportlichen Leistungen hat eben auch damit zu tun, dass viele Hobbysportler ihn selbst auch ausüben“ (Hans-Jürgen Cramer, Vorstandssprecher von Vattenfall Europe).

Um acht Uhr schickten Sportsenatorin Alexandra Dinges-Dierig und der Upsolut-Geschäftsführer Frank Bertling die ersten Jedermänner per Startschuss auf ihre lange sportliche Reise. Insgesamt haben an den Jedermann-Rennen rund 20 000 Radsportler aus vielen Ländern Europas teilgenommen – das ist Rekord auf diesem Kontinent. Allein Vattenfall stellte 800 engagierte Radfahrer. Den Konzernmitarbeitern ist es wichtig, die Aktion „Bleib sauber – Live clean“ aktiv zu unterstützen. Der Anti-Doping-Kampf ist angesagt.

Um 11.00 Uhr starteten Senatorin Dinges-Dierig und der Präsident des Bund Deutscher Radfahrer (BDR), Rudolf Scharping, das Profi-Rennen auf der Steinstraße, das heute – nach der Deutschland-Tour – das wichtigste Radrennen in Deutschland ist. Insbesondere prominente deutsche Radprofis wurden von den Zuschauern gefeiert – so Jens Voigt (CSC-Team), Erik Zabel (Milram) und der neue Shooting-Star, der junge T-Mobile-Fahrer Gerald Ciolek. Fast die ganze internationale Creme de la creme der Straßenfahrer kämpfte um den Sieg bei diesem Pro-Tour-Klassiker. Dass zum Beispiel das Astana-Team - aus dem fernen Kasachstan - dieses Mal nicht an den Start gerollt war, störte niemand. Rennfahrer, die sich nicht eindeutig distanzieren von Dopingmaßnahmen, hatte die Sportagentur Upsolut erst gar nicht eingeladen.

Der Klassiker im hohen Norden ist anspruchsvoll – das wissen nicht nur die Experten. In Blankenese zum Beispiel ging es in halsbrecherischem Tempo die Berge hinab – und dann den Waseberg, mit seinen 15 Prozent Steigung, bei vergleichsweiser sehr hoher Geschwindigkeit wieder hinauf. Die Journalisten, die im Pressewagen Gelegenheit hatten, die Rennstrecke mitzufahren - dem Feld immer fünf Minuten voraus -, waren beeindruckt von den vielen scharfen Kurven, die auf den Sträßchen mit den superschnellen Rennmaschinen zu meistern waren. Und wenn dann das riesige Fahrer-Feld auf der Elbchaussee – aneinandergereiht wie eine Perlenkette – in rasanter Fahrt mit über 50 Stundenkilometern der City entgegensurrte, musste auch das Presseauto richtig Gas geben, um von den ersten Profi-Pedaleuren nicht noch eingeholt zu werden.

Es gab in diesem Jahr wieder viele Stürze, die allerdings zumeist folgenlos geblieben sind. Jens Voigt, der Berliner in seiner Equipe aus Dänemark, der zum zweiten Mal die Deutschland-Tour in Hannover gewonnen hat, sagte: «Es war verrückt, wie viele Stürze es gab. Es war andauernd etwas. Es war das reinste Harakiri heute.»

Nach seinem Etappen-Hattrick bei der Deutschland- Tour hat Gerald Ciolek, nach dem 230 Kilometer langen Rennen, schließlich nur knapp seinen ersten Sieg bei den Hamburger Cyclassics verpasst. In einem spannenden Final-Spurt siegte Alessandro Ballan (Italien / Lampre) mit geringem Vorsprung – vor dem spanischen Vorjahressieger Oscar Freire (Rabobank) und eben Ciolek, dem amtierenden U 23-Weltmeister. Sprint-Star Erik Zabel, 2001 noch strahlender Cyclassics-Sieger, sprintete am Sonntag immerhin auf den fünften Platz.

Um die Glaubwürdigkeit der Cyclassics zu sichern, wurden in diesem Jahr verschärfte Doping-Kontrollen durchgeführt. So mussten sich knapp 50 Fahrer aus sechs Mannschaften Blut-Screenings stellen. Die Kontrollen steuerten der Veranstalter, der Weltverband UCI, die Nationale Anti-Doping-Agentur (NADA) und der BDR. Kontrolliert wurde auch der Rennstall von Danilo di Luca (Liquigas): Der Italiener - er führt bei der Gesamtwertung der Pro-Tour-Rennen – war schon vor der diesjährigen Tour de France unter Doping-Verdacht geraten. Bisher wurden aber Vergehen nicht eindeutig nachgewiesen. Deshalb konnte di Luca auch in Hamburg starten – eigentlich gegen den Willen von Upsolut. Dazu erklärte BDR-Präsident Rudolf Scharping: „Ich finde es auch nicht gut, dass di Luca hier startet, aber er hat mindestens das formale Recht dazu und nimmt es wahr.“
Die 12. Vattenfall Cyclassics – mit den Youngclassics und den Jedermann-Rennen – sind zu einem vollen Erfolg geworden; sie haben den Ruf Hamburgs als Sportstadt weiterhin gefestigt.
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BDR-Pr?sident Rudolf Scharping in der Steinstra?e

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Wolfgang Schoppe (r.), BDR-Vizepr?sident

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BDR-Vizepr?sident Udo Sprenger stellt sich auch kritischen Fragen

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Sportsenatorin Alexandra Dinges-Dierig vor dem Startschuss f?r die Profis

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Mitbegr?nder der HEW-Cyclassics: Dr. Hans-Joachim Reh (ehem. HEW-Vorstandsmitglied) und der ehem. RVH-Vorsitzende Paul Nehring

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Vor dem Start: Jens Voigt

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Vor dem Start noch sehr gut drauf: Fabian Wegmann

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Von seinen Fans umlagert: Erik Zabel

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Nahaufnahme: Der Sprinter-Star

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Vor dem Rennen: Gewusel - aber gute Stimmung

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Vor dem Rennen konzentriert: Gerald Ciolek

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Profi-Begleitkolonne: Stets einsatzbereit

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Das F?hrungsfahrzeug: Gleich geht es los

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Nach dem Start: Senatorin fachsimpelt mit Upsolut-Gesch?ftsf?hrer Frank Bertling

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Der Sieger: Umschw?rmt

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Die Nationalhymne des Siegers ert?nt - von lks.: Oscar Freire, Alessandro Ballan und Gerald Ciolek

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F?hrung in der Pro-Tour-Gesamtwertung: Danilo di Luca im Schatten des Doping-Verdachts

Text und Fotos: Manfred Schwarz
19.08.2007

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