Nachwuchs-DM 2018

Das war knapp!

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Am Wochenende stand eines der wichtigsten Saisonziele für die Hamburger Straßenradsportler auf dem Programm: die Deutschen Meisterschaften 1er Straße.
Wir waren haarscharf dran am Treppchen – aber eben nur haarscharf. So ist der Sport – manchmal ist es sauknapp, dann tut’s weh.
Der Reihe nach:
Wir hatten einen Neunsitzer mit mächtig Gepäckraum gemietet, mit dem wir uns am Samstag am frühen Morgen auf den Weg gemacht haben, 750 km gen Süden. Nach erstaunlich entspannter Fahrt ging’s am Nachmittag zur Streckenbesichtigung – und dann früh ins Bett. Morgens dann Frühstück um sechs Uhr – in ungewohnter Ruhe. Man konnte förmlich spüren, dass alle ziemlich aufgeregt waren. Am Veranstaltungsort, Reinstetten in der Nähe von Biberach, das liegt etwa 50 km südlich von Ulm, flirrte die Luft. Die Rennleitung hatte schwer damit zu tun, die riesigen Startfelder (140 Fahrer in der U17m) durch die Übersetzungskontrollen zu schleusen. So ein Gewusel ist immer ganz schön aufregend!
Wir waren mit sieben U17-Fahrern – Jasper Pahlke (Harvestehuder RV), Daniel Prien, Hannes Anders, Benet Metz, Noah Böker, Noa Nick Metzler, Cedric Stein (alle RG Hamburg) und einer U17-Fahrerin (Marla Sigmund, FC St. Pauli)– angereist.
Die Jungs gingen zuerst an den Start. 72 km mit 1040 Höhenmetern waren aufgelegt – eine anspruchsvolle 18-Km-Runde ohne jedes Flachstück musste viermal befahren werden. Am Start konnte ich in zuversichtliche Gesichter blicken: Die Hamburger waren gut drauf. Trainer Leonard Diekmann hatte seinen RGH-Jungs und Marla in den Wochen zuvor ein exakt auf den Kurs zugeschnittenes Training aufgeschrieben, mit vielen Höhenmetern und harten Intervall-Einheiten, und auch Jasper, der vor allem mit dem Stevens-Team trainiert, fühlte sich spürbar wohl. Und tatsächlich zeigten sich die Hamburger zur ersten Durchfahrt fast vollzählig vorne im Feld – so wie es der Trainer gefordert hatte. Nach zwei Durchfahrten im geschlossenen Feld änderte sich die Lage, als aus unserem Begleitfahrzeug die Nachricht kam: Daniel hat das Heft in die Hand genommen und ist auf der Flucht! Große Aufregung bei uns am Streckenrand – zumal er einen Begleiter aus NRW dabei hatte, was ja die Chancen erhöhte. Und tatsächlich schafften es die beiden, innerhalb von einer Runde gut 1:30 Minuten Vorsprung rauszufahren. Von nun an wurden Daumen gedrückt – nur noch eine Runde! Sicher die längsten 18 Kilometer in Daniels Rennfahrerkarriere. Aber es hat nicht gereicht. Seinem Fluchtkollegen ging die Kraft aus – und etwa drei Kilometer vor dem Ziel rollte das Feld, in dem die anderen Spitzenfahrer nun massiv beschleunigten, von hinten heran und fraß den nunmehr allein fahrenden enttäuschten Daniel förmlich auf. Aber, Daniel: Du hast alles richtig gemacht! Das war eine fulminante Aktion, mit der du allen gezeigt hast, wie gut du drauf bist. Chapeau, das war wirklich, wirklich beeindruckend!

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Nun aber hatten wir immer noch ein zweites Eisen im Feuer: unseren amtierenden deutschen Cross-Meister Jasper. Auf Position 12 kam er um die letzte scharfe Linkskurve und legte dann einen gewaltigen Antritt auf der etwa 400 Meter langen ansteigenden Zielgeraden hin. Er saugte sich geradezu an die Spitze – um am Ende Vierter zu werden. Um eine Radlänge am Podium vorbei – so ein verd****** Pech aber auch! Dennoch: eine Granatenleistung, mit der Jasper erneut unterstrichen hat, dass er bundesweit zu den Spitzenfahrern seines Jahrgangs zählt. Sehr toll gemacht, Jasper!
Auch die anderen Hamburger Fahrer verdienen ein Lob. Sie haben auf den Punkt ihre Form gefunden, sich ganz in die Dienste der beiden Kapitäne gestellt und kamen sämtlich mit dem Hauptfeld ins Ziel (mit einem Schnitt von 40,5 km/h – das ist auf dem Kurs RICHTIG schnell). Klasse, Benet (17.), Noah (49.), Hannes (71.), Cedric (78.), Noa (81.).

Gegen Mittag ging es dann mit dem U17w-Rennen weiter. In dieser Klasse hatte Marla ja zuletzt eine rasante Form-Entwicklung hingelegt und bei den letzten Sichtungsrennen bewiesen, dass sie als Erstjahresfahrerin durchaus mit den etablierten Top-Fahrerinnen mithalten kann. Wir hatten also Hoffnung, hier eine tolle Platzierung einzufahren. Und in der Tat: In der ersten Rundendurchfahrt fuhr Marla weit vorne, an fünfter Position, im Kreis der Favoritinnen, und sie sah echt locker aus. Yes!! Drei Runden waren aufgelegt – aber zur zweiten Durchfahrt fehlte Marla in der Spitzengruppe. Was war los? Aufklärung gab es nach dem Rennen, das Marla auf einem guten 28. Platz beendete: In der zweiten Runde hatte sie Probleme mit ihrem Umwerfer, der zunächst seinen Dienst versagte und dann übermotiviert die Kette abwarf, die sich auch noch so unglücklich an der Kurbel verkeilte, dass sie vom Sattel musste und so dann den Anschluss an die Gruppe verlor. Mist! Das wäre sicher ein Top-Ergebnis geworden. Aber ärgere dich nicht zu sehr, Marla – es kommen noch viele, viele weitere wichtige Rennen!
Auf dem Rückweg dann gemischte Gefühle: Frust, weil sooo knapp kein Podestplatz herausgesprungen ist. Zuversicht und gute Laune, weil alle gezeigt haben, dass das Training gut & richtig war und alle schnelle Beine hatten. Aber so ist eben der Leistungssport. Manchmal entscheiden Nuancen. Und es kommen ja auch noch weitere wichtige Veranstaltungen in diesem Jahr: Sichtungsrennen auf Straße und Bahns, die Youngclassics, die 4er-DM, das mehrtägige Rennen in Assen/Niederlande ... Jetzt machen die Sportler erstmal eine kurze Pause – dann geht’s mit dem Training weiter.

Alexander Böker
22.06.2018

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