Rad-Cross: U 23, U 17, Schüler und Masters

Drei Medaillen für Hamburg bei den ersten Deutschen Meisterschaften

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Die U 23-Sieger (v.lks.): Yannick Tiedt, Marcel Meisen u. Ole Quast

Am Samstag hat es bei den ersten diesjährigen Deutschen Meisterschaften - im Rad-Querfeldein - erstklassig besetzte Rennen gegeben. Der Radsportverband Hamburg verbucht drei Medaillen.
Bei regnerischem Wetter sahen die Zuschauer spannende Rennen – auf einem attraktiven City-Kurs, im nordrhein-westfälischen Herford.

U 23: Yannick Tiedt gewinnt Silber, Ole Quast Bronze
Ob Philipp Walsleben seinen Titel in der U 23 würde verteidigen können – diese Frage blieb sehr lange unbeantwortet. Der derzeit international wohl profilierteste deutsche Cross-Rennfahrer laboriert noch an den Folgen eines Sturzes am zweiten Weihnachtstag in Hofstade, „als er sich das bei der Brandenburg-Rundfahrt gebrochene Schlüsselbein offensichtlich zumindest erneut anbrach“ (rad-net). Was den Radsportverband Hamburg angeht: Große Hoffnungen setzten Experten hier vor allem auf Sascha Wagner (RFC Freilauf Rossbach) und Ole Quast (Harvestehuder RSV v. 1909 / Stevens).

Und wie ist es ausgegangen? Bei sehr schwierigen Bedingungen – der Kurs war anspruchsvoll, der Boden erheblich matschig – fuhr zum Beispiel Ole Quast ein großartiges Rennen. Obgleich er erst im ersten Jahr bei den “Espoirs“ startet, war er im Verlauf des schnellen Rennens meist unter den ersten vier Fahrern. Am Ende aber hatte Marcel Meisen (RSC 1928 Stolberg) seine Reifen vorn und gewann damit Gold.
Gleich zwei Medaillen aber gingen an den Harvestehuder RSV: Yannick Tiedt holte sich Silber, Ole Quast Bronze. Sascha Wagner wurde Vierter. Tobias Heine (Harburger RG) kam auf den 24. Platz. Philipp Walsleben war nach einem weiteren Sturz beim Streckentest nicht gestartet.

Yannick Tiedt haderte nach dem Rennen ein wenig mit dem etwas schwierigen Wetter. Er erklärte gegenüber rad-net, dem Nachrichtendienst des Bund Deutscher Radfahrer (BDR): „Gefroren wäre mir der Untergrund natürlich lieber gewesen. So hatte ich etwas Schwierigkeiten in den engen Kurven. Aber man kann sich das Wetter halt nicht aussuchen. Ich bin auch so zufrieden. Auch wenn ich natürlich gerne mal ganz oben auf dem Treppchen gestanden hätte. Aber dafür hat es schon am Start nicht gereicht. Da war ich zu schlecht.“

Ähnlich resumierte auch Ole Quast: „Mit der Medaille bin ich zufrieden, mit der Farbe nicht. Die erste Runde war eine Katastrophe, erst hatte ich einen schlechten Start, dann gab zwei Stürze vor mir“, so Quast. „Und wenn Marcel vorne freie Fahrt hat, er ist ein ausgezeichneter Techniker, dann können wir selbst mit drei Mann in der Verfolgung nichts machen.“

Masters: Robert Karrasch holt sich Bronze
Sehr viele Starter - rund 90 - gab es bei den Masters, deren Titelkämpfe diesjährig zum ersten Mal zu den offiziellen Deutschen Meisterschaften gehörten. In den Jahrzehnten zuvor gehörten die Senioren lediglich zum Rahmenprogramm. Erster Aspirant für das Siegerpodium war nach Meinung der meisten Fachleute der Hamburger Rennfahrer Robert Karrasch (RG Hamburg).

Am Schluss des Rennens war Robert Karrasch etwas enttäuscht. Zwar kam er bei diesem nationalen Wettbewerb auf den ehrenvollen Platz drei – aber vor ihm sausten Lars van der Sloot (Radclub Bremen) und Timo Berner (TV Dorf-Erbach 1909) ins Ziel. Auch Routinier Lars Erdmann (RV Germania Hamburg) hatte sich für das Rennen viel erhofft – am Samstag errang er immerhin Platz 15.

Jugend: U 17 HRV und HRG zeigen Flagge
Bei den U 17-Fahrern gehörte vor allem Wenzel Böhm-Gräber (RSC Wiesbaden) zu den Favoriten. Aber auch Jannick Geisler, Julian Lehmann, Felix Riekmann, Matthias Heine (alle Harburger RG) und Maximilian Voß (HRV) zum Beispiel wollten ganz vorn dabei sein. Das Magazin Radsport prgnostizierte primär einen herausragenden „Dreikampf“ zwischen Jasha Sütterlin (RSV Edelweiß Achkarren), Jannick Geisler und Martin Giese (PSV Bischofswerda).
 
Der Kurs in Herford, der bei ständigem Regen immer schwieriger wurde, konnte, so kommentierte der Trainer des Radsportverband Hamburg (RVH), Michael Gaumnitz, am Rande des Renn-Geschehens, nur mit viel ausgefeilter Technik - und Glück - bezwungen werden. Pechvogel des Tages war Jannick Geisler. Schon am Anfang des Rennens hatte er einen Defekt, der ihn ins Hintertreffen brachte. Auftrumpfen konnten heute aus Hamburg insbesondere Maximilian Voß und Julian Lehmann. Die beiden Jugendfahrer fuhren auf die Plätze sieben und acht. Der Gewinner freilich hieß erwartungsgemäß Wenzel Böhm-Gräber. Auch auf dem Podium standen: Felix Donath (RSC Cottbus; 2.) und Jasha Sütterlin (RSV Edelweiß Achkarren). Matthias Heine, Jannick Geisler und Felix Rieckmann erkämpften für die HRG die Plätze 10, 12 und 16.
 
Schüler: U 15 HRV und HRG dabei
Bei den Schülern starteten nur rund dreißig Nachwuchsfahrer. Das war quantitativ ein wenig enttäuschend. Vom Radsportverband Hamburg  hatten sich Eric Skowronek (HRG) und Max Lindeanu (RV Germania)  für die DM viel vorgenommen. Die Wochenzeitung Radsport sah vor allem vier Favoriten: Silvio Herkklotz (RSV Werner Otto Berlin), Steffen Müller (RC Endspurt Herford), Christian Ehrke (RC Kleinmachnow) und Tim Reske (Schöneberger Radfahrer-Verein Iduna 1910 e. V.).
 
Bisweilen gehen Prognosen fast vollständig in Erfüllung. Tatsächlich siegte bei den diesjährigen DM Christian Ehrke – vor Silvio Herkklotz und Steffen Müller. Tim Reske landete jedoch auf Platz sechs. Max Lindenau (16.) kam noch vor Eric Skowronek ins Ziel (17.).

Text: Manfred Schwarz
Foto: Rene Penno

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