Die 1. Virtual Cycling Meisterschaften eines Landesverbands

Experiment geglückt!

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Der Reihe nach – denn der Nachmittag begann ja mit den Jüngsten: Den ganzen Sommer über haben wir ja immer wieder Kinder auf eine Zwift-Station gesetzt und ein Bergzeitfahren absolvieren lassen. Etwa 150 Jungs und Mädchen hatten das ausprobiert – die schnellsten zwölf der Jahrgänge 2009-2006 hatten wir eingeladen. Toll, dass ihr da wart!
Weil ja irgendwie alle zwölf bereits Gewinner und Gewinnerinnen waren, haben wir auf eine klassische Wertung verzichtet und die Sportler/innen jeweils paarweise wieder den (virtuellen) Berg hochgejagt. Angefeuert von Eltern, Geschwistern, Freunden und einfach allen, die da waren (es war RICHTIG laut), haben die jungen Talente unfassbare Leistungen hingelegt. ALLE waren klar schneller als bei ihrem Quali-Vorlauf, teilweise mit krassen Wattwerten! Im Nachklapp bekommen alle in den nächsten Tagen eine Mail von mir, in der ich mir erlaube, ein bisschen Werbung für ein Probetraining auf der Straße oder im Gelände zu machen, Leihräder haben wir. Und auch die anderen Scouting-Teilnehmer bekommen eine Mail – vielleicht können wir auf diesem Weg ja das eine oder andere Talent für den Vereinssport begeistern. Schön wär’s!
Für alle Teilnehmer gab’s dann ein Mega-Goodie-Bag, gesponsert von Bonvelo, mit Shirts, Fahrradzubehör, Trinkflaschen, sauleckeren Energy-Riegeln von Barebells, dazu fette Sachpreise wie Fahrradhelme, Standluftpumpen etc.. Ein dickes Danke an alle Sponsoren!!! A propos: Der tollste Sponsor aller Zeiten war auch vertreten: Matthias Pilz vom Club TdC nutzte das Event, um der Hamburger Radsportjugend einen Scheck über 10.000 Euro zu überreichen! Wir sind total geplättet über diese erneute Zuwendung und verneigen uns in Dankbarkeit. Ihr seid genial, lieber Club TdC! Ohne Euch ginge es nicht!

Ab 18 Uhr waren dann die Großen an der Reihe. Etwas schade: In den beiden Tagen vor den Rennen trudelten leider etliche krankheitsbedingte Absagen rein. Learning 1: Nächstes Mal sammeln wir das Startgeld vorab ein ☺ Learning 2: Wir brauchen mehr Vorlauf, dann wird’s auch noch voller. Drei Rennen haben wir dann ausgetragen – ein Frauenrennen zum Start, dann folgten die Fahrer ohne Lizenz und das letzte Rennen trugen die Lizenzfahrer untereinander aus. Am Vortag hatte es noch so ausgesehen, als ob wir für die Hobbyfahrer eine Quali hätten einbauen müssen, weil so viele Anmeldungen vorlagen – so standen bei allen Rennen jeweils fünf Fahrer/innen am Start, acht Zwift-Stationen hatten wir pro Rennen aufgebaut, es hätten also auch noch mehr mitfahren können.

Bei den Frauen ging es direkt richtig zur Sache. Und sofort konnte man erkennen, welchen Reiz so ein Indoor-Rennen hat: Man ist als Zuschauer hautnah dabei, schaut den Sportlern ins Gesicht, sieht auf dem Bildschirm die Position und die getretenen Wattwerte – und kann das ganze Rennen über anfeuern. Das ist schon SEHR genial. Natürlich ist ein Indoor-Rennen auf Zwift nicht mit einem Straßenrennen zu vergleichen, man braucht ja keine Kurven- und Technikkünste – dafür aber Druck und eine gute Taktik, um den Windschatten der Vorderfrau oder des Vordermanns optimal zu nutzen. Bei den Lizenzfrauen gelang das Lisa Peterson vom FC St. Pauli auf fulminante Weise – sie haute einen Endspurt raus, dem auch die bärenstarke Marie Möbius (RG Uni) nichts mehr entgegensetzen konnte und holte sich so den fettesten Pokal, den es im Hamburger Radsport je gegeben hat (glaube ich jedenfalls). Kurz nach den beiden kamen auch die Frauen ohne Lizenz ins Ziel, hier lieferten sich Kathi Sigmund und Maike Nimmrich ein Kopf-an-Kopf-Rennen, das Kathi am Ende für sich entschied, Dritte wurde Claudia Niehuus. Glückwunsch Euch allen! Bei den Hobbyfahrern gab es einen unfassbar souveränen Sieg von David Krüger, der über die gesamte Renndistanz (etwa 18 Kilometer) mehr als 5 Watt pro Kilo gedrückt hat (und wir haben jeden Teilnehmer vorher gewogen und gemessen). Brutal!!! Das ist Profi-Niveau! Auf den Plätzen zwei und drei landeten Mathias Keller und Olaf Struck. Glückwunsch!

Zum Schluss gab’s das Lizenzrennen, bei dem auch zwei unserer Juniorenfahrer und sogar ein U17er mit am Start standen. Die Jungspunde versuchten, dem A-Fahrer Sebastian Beyer (Harburger RG, Team Embrace the World) das Leben schwer zu machen, was ihnen auch ganz gut gelang – bis Sebastian in der zweiten Runde eine hammerharte Attacke setzte und seinen damit herausgefahrenen Vorsprung ins Ziel fahren konnte. Acht Sekunden hinter ihm folgte Daniel Prien, der kurz vor Schluss dem drittplatzierten Noah Böker noch ein paar Sekunden abnehmen konnte. Ein geiles Rennen! Die Sieger haben wir dann nicht nur mit Pokalen beglückt, sondern auch mit superschicken, prall gefüllten Goodie-Bags von Barebells, gefüllt mit super Zeug: Drinks von NOCCO Germany, Barebells-Riegel und -Badetuch und Vieles mehr. Für die beiden Siegerinnen in den Frauen-Klassen gab’s außerdem einen Gutschein für das neue Restaurant KINNELOA in der Europa-Passage.

Und das Fazit? Es war ja ein großes Experiment. E-Sport ist noch recht neu – und es gab keine Erfahrungswerte für so eine Veranstaltung: Wir waren der erste Landesverband, der sich so etwas „getraut“ hat. Ich schreibe absichtlich „getraut“, weil es natürlich auch Gegenwind gab. Indoor-Radsport ist nicht Jedermannssache, und im Vorfeld gab es so manche Diskussion, meist mit den älteren, erfahrenen Radsportlern. Wir haben uns davon aber nicht abschrecken lassen. Und dass es 2020 sogar eine UCI-Weltmeisterschaft auf Zwift geben wird, zeigt: Man kommt an dem Thema einfach nicht mehr vorbei. Natürlich ist das nicht die Zukunft des Radsports. Radsport findet nach wie vor draußen statt. Überwiegend. Zwift-Rennveranstaltungen und -trainings sind ein sensationeller Komplementär für unsere Szene, eine tolle Ergänzung, gerade in den dunklen und kalten Monaten (wobei auch im Sommer erstaunlich viel los ist in Watopia).
Morgens am Frühstückstisch habe ich, gefrustet von dem halben Dutzend Absagen, die eingetrudelt waren, noch gesagt: „Ich mach das nie wieder“. Aber der Abend hat mich zu 100 Prozent gedreht. Es war super! Auch wenn „nur“ 15 Fahrer/innen am Start standen. Auch wenn „nur“ etwa 50 Zuschauer/innen dabei waren. Ihr wart mega! Und mega-laut, als die Sportler Eure Unterstützung brauchten, als sie sich auf dem Innsbruck-Kurs den Berg hochquälten. Das war einfach spitze. Und Euer geniales Feedback hat uns gezeigt: Diese Veranstaltung hat Zukunft! Mit mehr Vorlauf, mehr Werbung, mehr Mund-zu-Mund-Propaganda im Vorfeld, wird das im kommenden Jahr dreimal so groß, ich schwör’! Last but not least: ein Mega-Dankeschön an Kai Rapp und Jörn Reifschläger von Zwift, die die komplette Technik (auch powered by Wahoo Fitness) zur Verfügung gestellt und auf- (und wieder ab-) gebaut haben, inklusive des größten Fernsehers, den ich je gesehen habe. Hammer. You rock, guys! Und natürlich an Bernhard vom CrossFit Altona, Waterloohain 7, der uns mit einem echten Urvertrauen einfach seinen saugeilen Laden für einen Abend überlassen hat. Geht da im Winter alle mal hin – es ist echt genial.

Alexander Böker
29.09.2019

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