Hamburger Starter setzten Ausrufezeichen bei WM-Cross

Harburger Julian Lehmann 12. bei Heim-WM in St. Wendel

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Foto: R.Penno

Bei strahlendem Sonnenschein und Temperaturen um - 4 ° C glänzten Hamburgs Crosser bei der Cross-WM in St. Wendel. Vor den Augen der etwa 30.000 Zuschauer, darunter annähernd 100 Hamburger Fans, glänzten die Hamburger Fahrer zum Teil mit sensationellen Leistungen.

Allen voran der Harburger Julian Lehmann. Für den Bronzemedaillengewinner der DM in Lorsch hätte es das beste Rennen seiner bisherigen Karriere sein können. Doch in der letzten Runde ereilte ihn das Pech.

Knapp 60 Fahrer nahmen am Samstag den Kampf im Juniorenrennen in St. Wendel auf. Mittendrin irgendwo der Marmstorfer Julian Lehmann von der Harburger Radsport-Gemeinschaft in der ungünstigen dritten, vierten oder gar fünften Startreihe. Aber wer den fürs Stevens Cyclocross-Team fahrenden Julian kennt, der weiß, daß ihn das nicht besonders nervt. Und so fuhr er dann auch. Mit Riesentempo überholte Julian einen Konkurrenten nach dem anderen. Trotz oder gerade wegen des langen, kräftzehrenden Anstiegs und einer steilen und ewig langen Treppe fuhr Julian wie von einem anderen Stern. Bis auf Platz acht hatte sich der 18-jährige Schüler der Gesamtschule Harburg zum Ende der vorletzten Runde bereits vorgefahren, mit Tendenz weiter nach vorne.
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Foto: R.Penno

Alle Hamburger Supporter waren zu dem Zeitpunkt total aus dem Häuschen. Seine Trainingskollegen Sebastian Beyer und Lucas Carstensen ebenso wie Teamkollege Johannes Cords fieberten an der Strecke genauso wie seine anderen Vereins- und Verbandskollegen.

Aber dann erwischte es ihn doch, Reifendefekt! Trotz Radwechsels verlor Julian knapp 45 Sekunden. Mit Platz 12 war es dennoch ein klasse Platzierung. Die beste, die er dieses Jahr international erringen konnte. Vorne machten unterdessen drei Franzosen das Rennen unter sich aus. Mit einem Rückstand von 1,09 war schließlich sein Teamkollege Silvio Herklotz aus Berlin mit Platz acht bester Deutscher Fahrer. Julian kam 1,38 nach dem Sieger ein.

Im Rennen der U 23 wollte der 21-jährige Ole Quast vom Harvestehuder RV (Stevens Cyclocross-Team) ein Ausrufezeichen setzen. Seit Anfang Januar liefs beim Schnelsener immer besser. Der amtierende Deutsche Meister von Lorsch und ehemalige fünfte der Junioren Cross-WM machte sich schließlich berechtigte Hoffnungen, unter die ersten zehn zu fahren. Doch bereits nach weniger als einem Kilometer Rennen hatte Ole einen Platten. Er fiel weit zurück und kam nicht mehr aus dem Knick heraus.

Während sich vorne drei Holländer gegenseitig attackierten, haderten auch alle anderen Deutschen Starter mit der Defekthexe. Hartgefrorene Spurrillen rissen die Reifen auf bzw. ließen sie heftig durchschlagen. Mit Platz 11 war der Aachener Marcel Meisen bester Deutscher Fahrer. Ole wurde 24. und Michael Schweizer (HRV) belegte den 30. Rang.
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Julians Supporter

Das Rennen der Profis war eines der schnellsten Crossrennen überhaupt. Trotz der schweren und technisch anspruchsvollen Strecke legten die Elitefahrer ein Rennen hin, was für Zuschauer und Fachleute nicht hätte interessanter und erstaunlicher sein können. Bereits am Start übernahm der WM-Titelverteidiger Zdenek Stybar aus Tschechien in Kriteriumsmanier die Spitze. Stybar attackierte aus jeder Kurve so hart heraus, daß das gesamte Starterfeld bald nur noch in seinem aufgewirbelten Staub fahrern konnte. Die Deutsche Hoffnung Philipp Walsleben (24) aus Kleinmachnow schaffte es, sich noch nach seinem total verpatzten Start bis zu Stybar und dem Belgischen Superstar Sven Nys vorzukämpfen. Allerdings verbrauchte er dabei soviel Körner, daß er hinten raus nicht mehr folgen konnte. Mit Platz 5 erreichte Philipp schließlich sein Ziel. Ist das der Mann der Zukunft? Johannes Sickmüller und Sascha Weber (beide Harvestehuder RV/Stevens Racing Team) nahmen als Hamburger das Rennen im Nationaltrikot auf. Währrend Johannes noch die Krankheit aus dem Dezember in den Knochen steckte hielt der junge Sascha (22) gut mit. Bei seiner ersten Elite-WM wurde er 25., Johannes wurde als 37. platziert.
Frank Plambeck
01.02.2011

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