Der Kilometerfresser

Im Porträt: Gerrit Bornmüller

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Foto: Privat

Wer vorhat mit Gerrit Bornmüller mal eben eine Runde auf dem Rad zu drehen, sollte sich besser einige Tage Auszeit vom Alltag nehmen. Nicht das es bei ihm auch mal etwas kürzer sein darf, aber es sind vor allem die längeren Strecken, die es dem 44jährigen Familienvater angetan haben. Radmarathons, Brevetfahren, 24-Stunden Veranstaltungen oder seine Trainingsrunden rund um Hamburg, allesamt meist deutlich über der zweihundert Kilometergrenze. Dort, wo schon mal gerne abgekürzt oder umgedreht wird, geht es für die zahlreichen Radmarathon-Fahrer weiter. Noch weiter für die Extremfahrer. Irgendwo dazwischen, findet man Gerrit Bornmüller. Für alle steht der Startschuss für das kommende Kilometerfressen kurz bevor. Mit dem Frühling, startet auch wieder die Radmarathon-Saison im Norden. Auch Gerrit ist dann wieder mit dabei: "In 2017 möchte ich mich wieder an einigen Brevets versuchen, einige der Nordcup-Marathons mitfahren und natürlich werde ich wieder bei den 24 Stunden von Nortorf an den Start gehen." Genau dort, bei den letztjährigen 24-Stunden von Nortorf fuhr Gerrit über sieben hundert Kilometer - in 24 Stunden. So viel wie kein anderer. Wann fährt es sich dabei einfacher, tagsüber oder nachts? " Schwierig zu beantworten. Ich mag wohl beides gleich gern. Tag/Nachtfahrten sind sehr unterschiedliche Herausforderungen. Tagsüber habe ich Freude an der Landschaft und dem Fortkommen auf dem Rad. So eine "Reise" mit und aus eigener Kraft gestalten zu können, finde ich sehr motivierend. Ich geniesse dabei natürlich auch die körperliche Belastung und das Zusammenspiel von Mensch und Maschine", wird er fast philosophisch. "In der Nacht kann ich mich dann noch besser auf mich selber konzentrieren und mich mehr meinen Gedanken hingeben. Alles wird ruhiger. Die Belastung verschiebt sich mehr in den mentalen Bereich."

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Foto: Privat

Die 725 Kilometer in Nortorf war dann auch seine bislang längste Distanz im Sattel. Wie es einem ergeht, nach zwei, drei, vier oder fünf Stunden auf dem Rad, kann ein jeder von uns mehr oder weniger nachvollziehen. Wie es aber in einem spukt und geistert, wenn man wesentlich länger auf dem Rad unterwegs ist, läßt sich nur schwerlich erklären. Oftmals hören sich die Worte des Erklärenden, des Langstreckenfahrenden einfach an. Als müsste man nur oft genug, für einen runden Tritt sorgen. "Langstrecke ist zum großen Teil Kopfsache. Mir ist vorher bewusst, dass ich dabei natürlich auch mal in Phasen gerate, in denen ich keine Lust mehr habe weiter zu fahren oder in denen mir mein Körper signalisiert, dass es an der Zeit wäre vielleicht doch besser aufzuhören. Ich nehme das dann auch als Herausforderung an, in dem Wissen, dass nach jedem Tief irgendwann auch wieder ein Hoch erfolgen wird. Ausserdem ist der Spaß an dieser Art von Radsport mein größter Antrieb. Wenn der gänzlich fehlen würde, würde ich ganz sicher einfach aufhören. An dem Punkt war ich aber noch nie. Und da will ich auch gar nicht hin" so Bornmüller. Ursprünglich war es zunächst das Laufen, was seine sportlichen Aktivitäten bestimmte. Nach einem Bandscheibenvorfall führte er diese fortan auf dem Rad weiter. In seiner Kindheit war es aber doch das von seinem Vater für ihn aufgebaute Rennrad, mit dem es auf ausgedehnte Urlaubstouren durch Dänemark und Schweden ging, welches ihn für die Langstrecke prägte.

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Foto: Privat

Geht es denn überhaupt auch mal "kurz" bei Dir? "Ich bin schon vor Jahren lieber Marathon gelaufen als die zehn Kilometer. Eine Verbesserung auf der Langstrecke ging aber auch da nur über die Pflege der kürzeren und intensiveren Distanzen. Also ja, ich fahre auch oft kürzere Strecken. Mein Arbeitsweg (einfache Strecke 24km) ist z.B. so ein Fundamentstück, dass meinen Diesel am Laufen hält. Ich sitze im Winter auch mal für Intervalle auf der Rolle oder trainiere mit meinen Vereinskolleginnen/Kollegen vom FC St. Pauli im Fitness-Studio. Der Mix macht's." Und der besteht auf der Strasse auch 2017 für ihn und alle anderen Langstreckenfahrer aus Radmarathons zwschen Husum (14.05.RSV Husum), Hamburg (25.06. RG Hamburg) und dem "Marathon to Hell" des FC St.Pauli (03.09.). Aber auch das traditionelle Hamburg-Berlin hat genug Strecke im Angebot. Hauptsache es geht weiter. Immer etwas weiter. Die Termine für die NORDCUP-Veranstaltungen gibt es unter http://www.radsport-sh.de/nordcup-radmarathon.html. Hinweise und Informationen zur Langstrecke und Brevets im Norden unter http://www.audaxclub-sh.de/ und http://www.audax-randonneure.de/index.php?id=195.

Joerg Steffens
24.02.2017

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