Auf der Siegerstrasse unterwegs

Im Porträt: Lucas Carstensen

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Foto: Burkhard Sielaff

Lucas Carstensen, Jahrgang 1994 ist in dieser Saison auf der Strasse des Erfolges unterwegs. Konnte er bislang in jeder Saison Siege für sich verbuchen, waren diese doch meist bei kleineren, lokalen Rennen zustande gekommen (u.a. im Specialized-Cup oder beim GP Lübeck). Jetzt ist vieles anders: Lucas Carstensen beendete sein Engagement beim Berliner KED-Stevens Team und fährt demzufolge wieder für seinen Heimat-Club, der Harburger RG. Das er dennoch selten im deutschlandweit bekannten gelben Dress der Harburger unterwegs ist, liegt daran, dass er für das deutsche Bundesliga-Team Embrace The World Cycling an den Start geht. Das westdeutsche Team genießt einen guten Ruf in der Radsport-Szene, engagieren sie sich doch schon seit Jahren für soziale Belange und Spendenaktionen für Radsport-Projekte in Afrika. Lucas Carstensen: "Die Spendenaktionen kommen sowohl in Deutschland als auch in Afrika hervorragend an. Bisher haben wir die Spenden immer in unserem Reisegepäck mitgenommen. Allerdings arbeiten wir schon an einem neuen Konzept, da die Nachfrage in Afrika so kaum zu decken ist. Wir konnten in der Regel den afrikanischen Teilnehmern. der Rennen jeweils 1-2 Sätze Radbekleidung sowie einige Radteile schenken. Wenn man dann sieht, dass die Fahrer auf der nächsten Etappe die Bekleidung tragen, merkt man das diese Spenden ankommen und gebraucht werden. An dieser Stelle auch einmal der Appell, wer Bekleidung oder Material spenden möchte kann sich gerne an mich oder mein Team wenden. Es wird definitiv gebraucht und ankommen".

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Foto: ETWC

Lucas Carstensen findet sich nun inmitten der deutschen Weltklasse-Fahrer wieder - in der Rose-Rangliste rangiert er ständig unter den besten zehn. Von Andre Greipel, Marcel Kittel, John Degenkolb bis zu Tony Martin - Lucas Carstensen steht ihnen in nichts nach. Er gewinnt internationale Rennen (u.a. in Tunesien und bei der Tour de Senegal) sowie renoimierte deutsche Events (u.a. in Oberhausen und den GP Buchholz) wie auch das Rad-Bundesliga Rennen Cottbus-Görlitz-Cottbus. Wie ordnet er selbst seine Erfolge ein - was ist für ihn wichtiger gewesen, der Erfolg beim Heimrennen in Buchholz oder jüngst der Triumph in Cottbus? "Mein Sieg in Buchholz war für mich sehr emotional. Meine Familie und viele Freunde waren vor Ort und ich habe mich riesig gefreut dieses Rennen zu gewinnen. Die Zielgerade bin ich bestimmt schon mehrere hundert Male im Training gefahren und auch mein allererstes Radrennen habe ich in Buchholz bestritten. Daher war es schon etwas sehr besonderes den Großen Preis zu gewinnen. Sportlich gesehen war allerdings das Bundesliga Rennen in Cottbus der größere und für mich auch der größte Erfolg bisher."

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Foto: Peter Appel

Wir haben in Hamburg nur noch wenige Strassenrennen - Volksdorf, City Nord und das Rennen der RG Uni am Gutenbergring; reicht das aus, oder wie ist Deine Einschätzung - sollten wieder mehr Vereine versuchen, ein Rennen in Hamburg auf die Beine zu stellen? Da muss der Sprinter nicht lange über eine Antowort nachdenken: "Über mehr Rennen in Hamburg würde ich mich selbstverständlich freuen. Es ist immer toll so nah von Zuhause Radrennen fahren zu können. Für mich wäre es auch ein absolutes Highlight, wenn es im Rahmen der Cyclassics ein Amateurrennen gäbe. Wie das gehen kann macht zum Beispiel der Münsterland Giro vor - dort startet nämlich kurz vor dem Jedermannrennen noch ein A/B-Rennen".

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Foto: Privat

Ist denn die Rückkehr - von Berlin nach Harburg eine besondere Motivation für Dich? "Ich habe auch in meiner Zeit bei Ked-Stevens stets in Hamburg gewohnt. Das Umfeld in meinem aktuellen Team ist aber ein ganz anderes. Ich habe sowohl bei den Teameinsätzen im Ausland, als auch bei deutschen Rennen einfach super viel Spaß. Ein harmonisches Team inklusive allen Fahrern, sportlichen Leitern, Mechanikern und Betreuern finde ich extrem wichtig. Wenn man trotz allem sportlichen Ehrgeiz zusammen Spaß hat, ist das für mich eine enorme Motivation und der Schlüssel zum Erfolg." Wie sieht denn aktuell eine Trainingwoche bei Dir aus - wie schaffst Du es, Dich doch nun schon kontunuierlich auf den Punkt Top-Fit an den Start zu stellen? "Ich arbeite zurzeit in Hamburg als Fahrradkurier. Da kommen täglich schon einmal 50-100 (wenn ich will auch intensive) Kilometer zusammen. Zusätzlich trainiere ich 1-2 die Woche spezifisch und von der Härte angepasst auf die Radrennen am Wochenende. Diese haben natürlich auch einen enormen Trainingseffekt und die vielen Rundfahrten bringen richtig Form. In diesem Jahr habe ich bereits 42 Radrennen bestritten, die schlagen sich natürlich enorm im Fitnessstand nieder." Da muss die Frage erlaubt sein - Du warst ja in Deimer bisherigen Karriere auch stets bei Cyclocross-Rennen dabei (u.a. siegreich beim Stevens-Cyclocross-Cup, Top-10 bei der DM in Döhlau) und platziert bei internationalen Rennen, wie sieht es aus, sehen wir Dich auch in der kommenden Querfeldein-Saison am Start? "Einige Crossrennen werde ich wohl bestreiten. Welche und wie viele ich fahren werde ,kann ich noch nicht sagen. Das wird auch mit der Planung der nächsten Straßensaison zusammen hängen, mein Fokus liegt ganz klar auf der Straße" so Carstensen, um schnell anzufügen "aber ein paar Crossrennen schaden bestimmt nicht". Genau.

Joerg Steffens
23.07.2017

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Der Radsport-Verband Hamburg bekennt sich zum dopingfreien Radsport, nach unseren Leitsätzen soll sich jeder Aktive des Verbandes richten. Unsere beson­dere Fürsorge gilt dem Nachwuchs. weiter

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