Bye Bye, Ole Ole

Im Porträt: Ole Quast

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Foto: Heike Lindenau

OLE QUAST (28) sagte in Buchholz leise Tschüss. Der Hamburger Querfeldeinfahrer vom STEVENS Racing-Team hätte aufgrund seiner Erfolgs-Karriere allen Grund dazu, dieses laut zu tun. Das ist aber gar nicht seine Art. Unaufgeregt, bedacht aber emotional ging es zu, als er sich zu seinem letzten Cyclocrossrennen an die Startlinie stellte. Natürlich ganz vorne. Die erste Reihe kennt er gut. Nicht nur in Buchholz. Denn Ole stand in seiner über 10-jährigen Gelände-Laufbahn schon bei vielen nationalen wie internationalen Cycloccross-Rennen am Start.

Seinen Weg zum Radsport fand er früh. Nachdem es nicht mehr die Leichtathletik sein sollte, musste erst ein Renn- und Bahnrad später, nach dem ersten Mal zuschauen beim Harburger Weihnachtscross, unbedingt auch ein Crosser her. Der erste Verein war mit dem RV Germania Hamburg jedenfalls schnell vor der eigenen Haustür gefunden. Ein ständiger Trainingspartner ebenfalls. Das war nämlich sein Bruder, Enno, der begleitend auch ein sehr erfolgreicher Radsportler gewesen ist und seine Radsport Aktivitäten vor zwei Jahren einstellte. Mit ihm ging es mehrmals in der Woche auf ausgedehnte Trainingsrunden durch den Klövensteen im Westen Hamburgs. Der damalige Verbands-Jugendtrainer Frank Plambeck (Harburger RG) und Marcus Reikowski waren ebenfalls für Ole in jungen Jahren prägend. Der Trainer des RV Germania brachte ihm die Grundlagen des Rennsports bei und erkannte zudem früh, dass Ole die Fertigkeiten und den gewissen Biss hat, um es im Radsport weit zu bringen. Ole Quast: „Mit Enno hatte ich nicht nur jemanden, der genau so wie ich, heiß auf das trainieren und Rennen fahren war, sondern auch jederzeit, etwas wie einen besten Freund an meiner Seite. Das war schon oft ziemlich hilfreich.“

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Foto: Armin M. Küstenbrück

In seiner ersten Cyclocross-Saison reihten sich dann bereits die Erfolge nahtlos aneinander. Siege beim damaligen Hamburger Cross-Cup, dem internationalen Stevens-Cup in Hamburg-Horn oder dem Traditionrennen in Vechta zeigten schon deutlich seine individuelle Klasse. Es folgte der Sprung in das Hamburger STEVENS Racing-Team und damit verbunden der Vereinswechsel zum Harvestehuder RV. Ab sofort standen nun auch zahlreiche internationale Wettkämpfe und Einsätze in Ole Rennkalender. World-Cup Teilnahmen, u.a. in den Cross-Hochburgen Belgien und den Niederlanden, wie auch Welt- und Europameisterschaften waren für ihn fortan Radsport-Normalität.

Ob in Kalmhout, Zolder, Nommay, Koksijde oder Hoogerheide, Ole suchte und fand die sportliche Herausforderung auf internationaler Ebene. „Du musst dorthin - nach Belgien, Holland, Frankreich und Rennen fahren können. Gerade als Nachwuchs-Crosser ist das wichtig. Wir hatten zu meiner Junioren-Zeit beim Deutschland-Cup noch mit Marcel Meisen, Sascha Weber oder Philipp Walsleben eine starke Konkurrenz im eigenem Land und haben uns dennoch zusätzlich noch unser Lehrgeld im Ausland abgeholt. Das sieht heutzutage teilweise doch schon etwas anders aus" beurteilt Ole die aktuelle Situation in Cross-Deutschland. "Natürlich ist das auch immer ein finanzieller Aufwand und ohne Hilfe aus dem eigenem Umfeld gar nicht zu schaffen. Der Crosssport vermisst da einfach aufgrund der fehlenden Olympiaberücksichtigung die breite Unterstützung" so Ole weiter.

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Foto: Heike Lindenau

„Mit Michael (Schweizer, Deutschland-Cup Sieger 2016/17) war ich u.a. einige Wochen in Belgien bei einer Gast-Familie. Das war nun wirklich nicht nur Spaß – das waren knüppelharte Rennen die wir da gefahren sind, aber wir wollten es eben auch wissen“ so Ole weiter. Nicht nur er bekam im Laufe seiner Querfeldein-Karriere die Antwort darauf, wohin ihn die Trainings-Disziplin aber eben auch sein sportlicher „Quälgeist“ führen sollte. „Ole konnte sich schon damals quälen wie kein Zweiter“ so der Trainer und sportliche Leiter des STEVENS Racing-Teams, Jens Schwedler. Ole fuhr bei der WM in Hooglede-Gits (Belgien) auf den fünften Platz, wurde mehrfacher Deutscher Meister bei den Junioren und in der U23, gewann sechsmal die Gesamtwertung des Deutschland-Cups und stand wiederholt im BDR-Nationaltrikot am Start. Ole Quast machte sich durch seine Erfolge nicht nur selbst einen Namen im Cross-Sport, sondern verhalf damit auch seiner Heimatstadt und der Region sowie dem Hamburger Radsportverband zu einer gewissen Anerkennung in dieser lebendigen Sparte des Radsports. Der Querfeldein-Sport ist zudem nach wie vor, die erfolgreichste im Landesverband – seit Jahren belegen die Hamburger Cross-Asse vorderste Plätze in nationalen Vergleichen. Boomen tut der Cyclocross-Sport ohnehin. Damit das auch in Zukunft so ist, möchte Ole selber gerne weiterhin notwendige Aufbauarbeit aktiv mitgestalten. „Auf jeden Fall möchte ich mich da miteinbringen. Gerade bei den jüngsten aber auch bei jenen, die schon auf dem Crosser unterwegs sind. Ob Technikschulungen oder überhaupt erste Gelände-Übungen auf dem Rad, dass alles bringt jede Menge. Neben Spaß, denn damit sollte in dem Alter im Radsport alles anfangen, vorallem auch tolle Erfahrungen für später. Du kommst einfach besser auf dem Rad zurecht, weißt damit auch in anderen Situationen, ob auf der Straße oder im Gelände besser zu reagieren.“ Und wer könnte das besser beurteilen, als er selbst. Nachdem er nun das Crossrad in die Ecke gestellt hat wird Ole Quast erst einmal für einige Zeit im Ausland unterwegs sein und dort Strassenrennen bestreiten, um dann im Laufe der diesjährigen Radsport-Saison, auch in Deutschland nochmals auf Rundstrecken und Kriteriumskursen für Furore zu sorgen.

Joerg Steffens
21.01.2017

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