Ich mag Herausforderungen

Im Porträt: Ralf Hinke

hinke-7.jpg

Foto: Privat

Während der gesamten Radsport-Saison stehen sie am Start. Bei Straßenrennen und jetzt wieder, in der laufenden Cyclocross-Zeit: Die Fahrer in den leuchtend-orange Trikots der Stadtteilschule Stellingen. Und das ist hauptsächlich dem Sozialpädagogen Ralf Hinke zu verdanken. Hinke kam die Idee, eine Rad-AG an der Stadtteilschule nahe der Radrennbahn Hamburg zu gründen, bereits vor über zehn Jahren. Wie gelingt es Dir, über einen so langen Zeitraum hinweg, immer wieder die Schüler- und Schülerinnen zum Radsport zu motivieren? Ralf Hinke: „Das Radsportprojekt – inzwischen sind wir zwölf Jahre dabei – ist in unserer Schule zum Teil in den Ganztag integriert. D.h. Schüler, besonders aus den Klassen 5 und 6 wählen einen Radsporteinsteiger-Kurs. Wer sich in diesen Kurs gut macht, „steigt auf“ in das Radsport-Team, ebenfalls ein zwei-stündiger Kurs. Von dort kannst Du dann in das Cyclocross-Team aufsteigen. In diesem Team wollen wir die Motivierten und Leistungsstarken. Hier trainieren wir dann eben auch drei mal die Woche und fahren u.a. den STEVENS Cyclocross-Cup mit. Unter den Schülern, innerhalb der Elternschaft und im Kollegium, haben die Teilnehmer der Cyclocross-Truppe einen ausgezeichneten Ruf“ so der leidenschaftliche Radsport-Trainer. „Du musst schon ein bisschen brennen, wenn du andere begeistern willst“ - und Ralf Hinke kann begeistern.

hinke-text-bild-2.jpg

Foto: Carsten Frank

Wie wichtig sind dabei – wenn bei den Jungs und Mädchen das Feuer entfacht worden ist – dann die eingefahrenen Erfolge (u.a. gab es beim letztjährigen STEVENS Cyclocross-Cup vier Podiumsplatzierungen in der Gesamtwertung zu feiern)? Was macht ihnen mehr Spaß, das wöchentliche Training auf Straße und Gelände, oder die Teilnahme an den Wettkämpfen? Hinke: „Die Rennen sind das Salz in der Suppe. Jugendliche wollen sich messen und zeigen, wer sie sind. Da wir Nichtlizenzler sind, bin ich sehr froh, dass es den STEVENS Cyclocross-Cup gibt. Bei den Straßenrennen ist das Angebot für Hobby ja eher gering. Aber es sind nicht nur die Rennen und das Training. Ich lege als Sozialpädagoge und Radsporttrainer ganz viel Wert auf die Teamentwicklung. Im Cyclocross-Team ist es ein wenig, wie in einer funktionierenden Familie. Jeder hilft jedem, die Großen unterstützen die Kleinen, die Eltern ziehen mit und es macht trotz des großen zeitlichen Einsatzes, allen einen riesigen Spaß.“

Unterstützung ist ein gutes Thema – ohne eine solche, läuft es bei vielen Radsport-Projekten natürlich unrund. Hinke erhielt durch die Bereitstellung von geeigneten Fahrrädern für die Jugendlichen eine erste Starthilfe. Personelle Schulterschlüsse, wie gemeinsame Trainingseinheiten mit Ole Quast oder Leonard Dieckmann, mit der Weitergabe von Trainer-Know-How, helfen ebenfalls. „Die Jungs aus der STEVENS-Werkstatt sind schon klasse. Wenn wir technische Probleme mit den Rädern haben, helfen die spontan. Erfreulich sind auch die neuen Trainingsmöglichkeiten im "Cyclocross-Land“. Dort wurde bislang richtig was geleistet. Wir waren bei der Eröffnung dabei und werden das auch später nutzen."

hinle-text-3.jpg

Foto: Privat

Bei den von Dir nun angebotenen Trainingszeiten (im Winterhalbjahr jeweils Samstags 10:00 Uhr ab Stadtteilschule Stellingen) sollen vorrangig Kinder- und Jugendliche der Schülerklasse (U11, U13) angesprochen werden. Diese Zielgruppe besteht aber nicht „vom Fleck weg“ aus Lizenzfahrern – wie wird das laufen? Ralf Hinke: „Diejenigen, die noch in keinem Verein sind und/oder keine Lizenz haben, dürfen wir nicht außen vor lassen. Das Hauptziel ist es also, zunächst Interesse am Radsport zu wecken, den Spaß nicht zu verlieren und die Grundlagen für intensiveres Straßentraining zu vermitteln (Fahren in der Gruppe usw.). Dieses Angebot muss immer wieder intern aber auch innerhalb der Hamburger Radsport-Vereine kommuniziert werden.“

Ralf, wird das Trainingsangebot auch über das Winterhalbjahr stattfinden? Was ist geplant? „Auf jeden Fall! Ich habe mich zunächst für ein Jahr festgelegt und nach der GA-Trainingsphase geht das Training weiter. Alexander Böker (Jugendleiter im Radsportverband Hamburg) und ich schauen, wie wir das Vereinstraining (falls die Vereine das für U11/U13 anbieten) und LV-Training aufeinander abstimmen und wie wir das praktisch zusammen bringen können. Für das Radsportprojekt der Schule ist meine Tätigkeit im Landesverband unter anderen auch deshalb eine Win-Win Situation, weil ich jüngere Sportler der Schule in das Training einbinden kann und so eventuell der Übergang in den Verein auf den Weg gebracht wird.“

Fast nebensächlich verlautet Hinke dann so etwas, das auch sein Zündfunke sein könnte: „Ich mag Herausforderungen – und das ich mit Kids gut klarkomme, ist ja bekannt."

Joerg Steffens
15.12.2017

Sponsoren

Dello
Biehler Sportswear
Stevens
Bergamont

Newsticker

  • Gefragte Hamburger
    18.01.2018: Auch beim UCI Cyclocross World Cup im französischen Nommay sind mit Paul Lindenau (U23) und Frederik Raßmann (U19) zwei Hamburger am Start
  • Bei den 6-Day Berlin dabei
    18.01.2018: Beim 6-Tagerennen für Junioren während der Berliner Traditionsveranstaltung (25.1.-30.1.), startet auch Luca Rohde (RG Hamburg)
  • Wiederholungstäter?
    17.01.2018: Finale im Stevens Cyclocross-Cup 2018: Der Harburger Jannick Geisler steht vor dem letzten Rennen der Serie in Buchholz (21.01.), zum 4. Mal in Folge, vor dem Gesamtsieg
  • Präsidiumssitzung
    17.01.2018: Die nächste Präsidiumssitzung findet am 29.01.2018 um 19 Uhr im Kasinobereich des NDR statt
  • Carstensen Etappensieg in Afrika
    17.01.2018: Lucas Carstensen (HRG/Team Bike Aid) erfolgreich mit Etappensieg und Führungstrikot bei der UCI Tropicale Amissa Tour in Gabun gestartet

Facebook

Facebook Facebook Facebook

Standpunkte zum dopingfreien Radsport

Der Radsport-Verband Hamburg bekennt sich zum dopingfreien Radsport, nach unseren Leitsätzen soll sich jeder Aktive des Verbandes richten. Unsere beson­dere Fürsorge gilt dem Nachwuchs. weiter

Website durchsuchen