Ein Kommentar zur Lage im Frauenradsport

Mehr Gerechtigkeit, bitte!

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Im Jahr 2021 herrscht in Teilen des Profi- und Amateurradsports noch immer ein Rollenverständnis wie einst bei Dschingis Khan. Die vorherrschende Meinung lautet viel zu häufig so: Die Männerrennen sind gut fürs Publikum und fürs TV, die Frauenrennen gehören ins Rahmenprogramm. Klar, dass sich das auch in den Preisgeldern widerspiegelt. Gerechtigkeit? Pustekuchen. Bei der Strade Bianche erhielt im vergangenen Jahr der Sieger des Männerennens 16.000 Euro, die beste Frau hingegen nur 930 Euro. Beschämend, fanden die Organisatoren einer Crowdfunding-Kampagne, die binnen kürzester Zeit einen fünfstelligen Betrag einsammelte, der komplett in die Frauenpreisgelder floss – und die Rennleitung der Strade Bianche kräftig düpierte. Richtig so. Frauen und Männer arbeiten gleich hart, um Radrennen zu gewinnen. Der Radsport-Verband Hamburg hat sich schon seit längerem – nicht nur am heutigen Internationalen Frauentag – auf die Fahnen geschrieben, für mehr Gerechtigkeit zu sorgen. Wir appellieren an alle Rennveranstalter im Norden, Preisgelder gerecht auszuschreiben und nicht zwischen den Geschlechtern zu differenzieren. Das gerne vorgebrachte Argument „Aber es fahren ja immer nur so wenige Frauen mit“ lassen wir nicht gelten. Denn wir glauben: Wenn wir uns mehr Frauen bei Radrennen wünschen, müssen wir sie auch angemessen und gerecht wertschätzen. Künftig behalten wir uns daher vor, im rad-net-Ausschreibungstool Ausschreibungen bei erkennbaren Ungerechtigkeiten zurückzuweisen. Also, liebe Veranstalter, nehmt euch das doch bitte zu Herzen!

Alexander Böker
07.03.2021

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