Rad-Bundesliga 2017

Nachbericht: Eschborn-Frankfurt

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Bereits am 1. Mai gingen ja die Renner im Rahmenprogramm von „Rund um den Finanzplatz Eschborn-Frankfurt“ an den Start und hatten knapp 130 Kilometer zu bewältigen. Neben den „alten Hasen“ Domenic Karrasch und Jan Biemann, die schon im vergangenen Jahr Bundesligaluft schnuppern durften, standen ausschließlich „Erstjahre“ am Start. Und das auch noch in „alten“ Verbands-Trikots – weil das Team bis zum letzten Drücker Sponsoren die Möglichkeit geben wollte, ihr Logo zu platzieren, waren die schönen neuen Biehler Sportswear Trikots mit dem auffälligen „Opel Dello“-Branding noch nicht fertig geworden (umso mehr freuen wir uns aufs nächste Rennen in Karbach)! Und so standen also Domenic Karrasch, Jan Biemann, Enric Wiemann, Phillip Grote und Fredrik Rassmann gegen Mittag in Eschborn am Start, wartend auf den erlösenden Startschuss – und als Beobachter konnte man nicht mit letzter Gewissheit sagen, ob den Fahrern die Knie wegen der unangenehmen Kälte (7 Grad und Nieselregen) schlotterten oder wegen der Premieren-Aufregung und der starken Konkurrenz.

Die Jungs hatten die Schlüsselstellen der Strecke bereits am Vortag gemeinsam mit Landestrainer Uwe Messerschmidt inspiziert – bei milden 20 Grad war der berüchtigte Feldberg, der Scharfrichter der Runde, nicht mehr als ein kleiner Maulwurfshügel im Taunus. Bei Regen und Kälte am Folgetag sah das schon anders aus. Direkt nach dem Start gab es im hektischen Feld (mehr als 100 Fahrer) die ersten Stürze, auch wenn das Tempo zunächst noch moderat war. Das änderte sich dann erwartungsgemäß am Feldberg (oben: vier Grad!), als die starken Fahrer massiv am Horn zogen, um das Feld zu selektieren. Domenic und Frederik konnten hier gut mithalten, während die anderen Fahrer mit jedem Kilometer grauer wurden und schließlich gegen den Besenwagen kämpfen mussten. Wer den Anstieg kennt, weiß, wie einem diese kilometerlangen, steten fünf Prozent den Zahn ziehen können – erst recht bei Kälte und im Renntempo. Kurz vor dem höchsten Punkt touchierte Frederik das Hinterrad eines Mitstreiters, musste kurz aus dem Pedal – und verlor an dieser Stelle den Anschluss an die erste Gruppe, deren Fahrer sich wie Lemminge auf Speed auf nasser Straße gen Tal stürzten und alles aus ihren Rädern rausholten. Selbst Abfahrkünstler Frederik konnte da nicht mehr aufschließen. Mit viel Moral fuhr er von diesem Zeitpunkt an 35 Kilometer alleine, sammelte nach und nach ein paar Fahrer auf (unter anderem auch Domenic, der an der fast 20-Prozent-Steigung in Ruppertshain abreißen lassen musste) und konnte mit einer kleinen Gruppe gen Ziel nach Frankfurt fahren, wo er als einziger Hamburger Starter noch auf die Schlussrunde an der Alten Oper gelassen wurde und Platz 47 belegte. Somit leider keine Wertungspunkte für den Hamburger Verband. Um das Ergebnis zu relativieren: weniger als die Hälfte aller Starter kamen ins Ziel, und diverse Mannschaften sind noch ohne Punkte. Dieses Rennen war wirklich extrem schwer und anspruchsvoll. Aber, auch das muss man festhalten: Bei den Jungs ist noch Luft nach oben. Mal schauen, wie nach der aufregenden Premiere das kommende Rennen in Karbach (28.5.) verlaufen wird.

Alexander Böker
13.05.2017

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