Jahreswende

Neujahrsgrüße des 1. Vorsitzenden des RVH

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Liebe Freundinnen und Freunde des Radsports,

das Jahr 2006 war ereignisreich – auch für den Radsport in Hamburg. Zum Ablauf des Jahres gibt es viel Positives zu berichten, aber auch Kritisches.

Zunächst zum Positiven. Wichtigste Veranstaltung waren wiederum zweifelsohne die Vattenfall Cyclassics – verbunden vor allem mit den Youngclassics über vier Etappen und den Jedermann-Rennen, die mittlerweile, europaweit, eine einzigartige, massenhafte Beteiligung verzeichnen. Erinnern möchte ich zum Beispiel auch an die gelungene, sommerliche DM-Straße für Senioren vor den Toren Hamburgs. Mindestens so wichtig waren die DM im Bereich Cross am Anfang des Jahres, die – sieht man ab von der später publizierten „Doping-Affäre“ – mit Erfolg durchgeführt wurden. Daneben hat es eine Vielzahl von erfolgreichen Rennveranstaltungen gegeben. Jüngstes Beispiel dafür sind die traditionellen Querfeldein-Rennen an Weihnachten, veranstaltet von der Harburger RG. Herausragend sind die sportlichen Leistungen von vielen Rennfahrern gewesen. Exemplarisch verweise ich auf die herausragenden Leistungen des Nachwuchsrennfahrers Ole Quast, der beispielsweise bei den EM Cross trotz einer technischen Panne einen exzellenten 10. Platz erkämpft hat. Und ich möchte – ebenfalls exemplarisch – das AGC-Frauen-Bundesligateam nennen, das mit dem 3. Platz in der Gesamtmannschaftswertung einen tollen Erfolg feiern konnte.

Wichtig sind auch sehr viele andere Aktivitäten – auch wenn dazu weniger oder (fast) gar nicht in den Medien berichtet wurde. Ort des Geschehens war zum Beispiel die Radrennbahn in Stellingen, um die uns andere Landesverbände beneiden. Als positive Beispiele möchte ich zumindest die Einrad-Gruppen, die BMX-Fahrer, die vielen RTF-Sportler und die wackeren Radwanderer nennen. Etliche andere Beispiele müsste ich eigentlich noch aufführen – aber das würde den Rahmen eines Neujahrsgrußes sprengen. Nur einen Zusatz noch: Trainer sind hier meist die Basis des Geschehens; die aktiven Sportler sind auf sie angewiesen – so wie auf viele Betreuer, die häufig mehrere Rollen spielen: die des Vater, die der Mutter, die des Sportlichen Leiters, die des Masseurs, die des Chauffeurs und - last, but not least - die des Psychologen ...

Danken möchte ich an dieser Stelle vielen weiteren ehrenamtlichen Kräften in unseren Vereinen und in unserem Verband. Beispiel: Ohne die WAs - sehr häufig getragen von den „alten Haudegen“, die immer wieder für die rechte Ordnung sorgen - könnten die Jungen ihr Können gar nicht der interessierten Öffentlichkeit präsentieren. Ohne die Ehrenamtler, ob jünger oder älter, gäbe es den erfolgreichen Radsport in Hamburg nicht.

Auch sportpolitisch hat der Verband Flagge gezeigt – beim HSB, dem BDR, dem ADFC und bei Behörden, hier insbesondere bei der Behörde für Bildung und Sport (BBS). Rudolf Scharping, der BDR-Präsident, hat, zusammen mit mir, Gespräche mit der Hamburger Sportsenatorin sowie der Sportamtsleiterin geführt. Solche Kommunikation und Kooperationen sind notwendig - zur besseren Förderung des Breiten- und des Leistungssports. Die BBS hat die Bedeutung des Radsports für die Sportstadt Hamburg erkannt. Ein gemeinsames Projekt des Verbandes, von Vattenfall und der BBS ist das Vorhaben Radsport an Hamburger Schulen. Hierzu werden noch im Januar weitere Gespräche stattfinden. Vielleicht gelingt es, auch Stevens an dieser Stelle wieder zu integrieren.

Wir werden im Neuen Jahr einige weitere Projekte anpacken. Beispiel: Wir müssen endlich wieder feste Standorte für den Straßenrennsport, aber auch für den Cross-Sport bekommen. Erinnern möchte ich hier an den „historischen“ Gutenbergring in Norderstedt, den viele von uns noch kennen und befahren haben: Jede Woche traf „man“ sich dort, vor allem für die Trainingsrennen.

Freilich gibt es auch kritische Aspekte. Die oben schon erwähnte „Doping-Affäre“ hat sogar bundesweit Schlagzeilen gemacht. Die Profi-Radsport-Szene ist - nicht nur in Deutschland - leider für sehr viele Bürger geradezu zum Synonym für Doping geworden. Der Radsport tut gut daran, in Sachen Doping die Reißleine zu ziehen. Mehr noch: Den Vereinen, Verbänden und den Sponsoren wird gar nichts anderes übrig bleiben, will man den Radsport nicht ruinieren. Ich gehe noch einen Schritt weiter: Der Radsport sollte sich, mehr noch als bisher, ebenfalls medien- und damit öffentlichkeitswirksam, an die Spitze von Anti-Doping-Aktionen setzen – und Schrittmacher für einen „sauberen“ Sport werden. Radsport würde so zum Synonym für einen absolut fairen Sport. Ich würde mich freuen, wenn Hamburg „auf dieser Spur“ in die Spitzengruppe „fahren“ würde.

Rolf Aldag hat zum Jahreswechsel auf wegweisende Anti-Doping-Maßnahmen in den Profi-Teams von T-Mobile und Gerolsteiner hingewiesen. DNA-Analysen und mögliche Regress-Forderungen sollen dazu beitragen, dass für die Fahrer – und ihre Betreuer - Doping nicht mehr attraktiv erscheint. Wir können uns nur wünschen, dass solchen Worten, in möglichst allen Rennteams, bald auch effektive Taten folgen werden. Anderenfalls drohen selbst die Tour de France, die Vuelta, der Giro sowie die Vattenfall Cyclassics zu einer Farce zu werden. Und das hätte fatale Folgen ebenfalls für den Amateur-Sport – und die Nachwuchsförderung.

Zwischen den Jahren hat NDR 90,3 mit mir ein längeres Gespräch geführt. Thema war die Krise im Radsportverband. Der Radiosender hat in seinem gesendeten Bericht interessanterweise einen Satz von mir in den Vordergrund gestellt: „Ich hoffe, dass es bald gelingen wird, die Auseinandersetzungen um die Doping-Affäre zu beenden.“ Liebe Radsportfreunde - und damit meine ich alle Mitglieder in unserem Verband und unseren Vereinen -, lasst uns diese Meldung als gutes Omen begreifen!

So gesehen sollten wir das Jahr 2007 im Sinne positiven Tuns nutzen:
  1. Überzeugende Leistungen müssen ohne Doping erarbeitet und erkämpft werden.
  2. Im Verband und den Vereinen müssen wir uns alle auf das Gemeinsame besinnen – „Grabenkämpfe“ sind zu beenden: Wir müssen (wieder) zu einer gemeinsamen Linie kommen. Fehler haben wir alle im vergangenen Jahr gemacht; jetzt gilt es, konstruktiv nach vorn zu schauen. Fehler wird es weiterhin geben – aber die Zahl der Fehler muss reduziert werden.
  3. Nur gemeinsam sind wir stark
    • auf sportlichem Terrain und in Vereinen sowie dem Verband
    • gegenüber den Medien, Behörden und Sponsoren
    • in der Sportpolitik insgesamt.
Mit den besten Wünschen für das Neue Jahr 2007

grüßt
Manfred Schwarz[br]1. Vorsitzender des RVH
31.12.2006

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