Oderrundfahrt 2014

Schülerfahrer kämpfen wie die Großen

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Fotos: Rona Rohde

Während für die Profis am Wochenende der Startschuss zur 101. Tour de France im englischen Leeds fiel und mit dem Sieg von Marcel Kittel aus deutscher Sicht gleich erfolgreich begann, machten sich unsere Schülerfahrer Moritz Plambeck, Louis Lex (HRG) und Luca Rohde (RGH) auf den Weg ganz in den Osten der Republik.

In Frankfurt/Oder wurde die 35. Oderrundfahrt, eine internationale mehrtägige Rundfahrt für Elitefahrer und U15 ausgetragen. International stark besetzt (Dänen, Luxemburger, Niederländer), dazu die besten Landeskader aus Berlin, Brandenburg und Thüringen am Start.

Streckenprofile und –längen, welche die volle Konzentration, fahrerisches Geschick und Kondition der Rennfahrer erfordern - diese Rundfahrt ist die wohl anspruchvollste und härteste, die 12- bis 13jährige Nachwuchsfahrer in Deutschland geboten bekommen.

Während die Männer bereits am Donnerstag beim Güldendorfer Bergpreis (25 Runden á 3,5 km) die Härte der Etappenfahrt jede Runde am 16prozentigen Anstieg zu spüren bekamen, starteten unsere Hamburger U15 Jungs erst am Freitag.

94 Schülerfahrer hatten gemeldet. Die 1. Etappe, ein 32,4 km Rundstreckenrennen, wurde auf flachem Terrain ausgetragen, so das hier nicht das Streckenprofil die Herausforderung war. Die „Härte“ des Tages waren bei Startzeit 14 Uhr die 31,5 Grad im Schatten. Leider gab es auf dieser Runde absolut gar keinen SCHATTEN. Keine Bäume, keine Häuser, keine Wolken – kein Schatten. Unsere Hamburger kamen gut rein in die Rundfahrt und konnten sich mit Louis (21) und Moritz (23) im Masssenspurt vorne behaupten, was Platz 3 und 5 in der  Wertung für das hellblaue Trikot des besten Nachwuchsfahers bedeutete.

Im Anschluss verfolgten die drei mit Spannung das Elite-Rennen, in dem ein weiterer Hamburger Jung Präsenz zeigte.

Luca's Bruder Leon Rohde (LKT Brandenburg / RG Hamburg) hatte sich im 162 km-Rennen nach 10 km mit drei Begleitern vom Feld abgesetzt und fuhr 120 Kilometer vorne raus. Währenddessen sicherte er sich alle drei Sprintwertungen und das dazugehörige Trikot. Cooool...fanden das die Youngsters und freuten sich über die gratis vom Profi zugesteckten Power-Gels und Fitnessriegel, die Ihnen Kraft und Energie für das Zeitfahren am nächsten Tag geben sollten.

10,8 Kilometer, also fast doppelt so lang wie bei der Landesmeisterschaft, standen am Samstag morgen auf dem Rennprogramm. Der Traum vom Nachwuchstrikot (Rückstand 7 bzw. 8 Sekunden) wurde den Abend davor, die Nacht hindurch und beim morgendlichen Frühstück „gelebt“. Zwar fuhren Louis (18:20 min) und Moritz (18:21 min) mit 35 und 36  ordentliche Platzierungen heraus, für das blaue Trikot reichte es leider nicht. Bester Hamburger auf dieser Halbtappe wurde Luca (18:03 min, 28ter), der allerdings am ersten Tag schon einen Rückstand im Gesamtklassement einfuhr.

Zeit zum Grübeln blieb jedoch keine, gleich am Nachmittag galt es beim „Großen Preis der Stadt Frankfurt/Oder“ 20 Runden á 1,5 km zu fahren. Der Stadt-Kurs war technisch wirklich anspruchsvoll. Auf einen 200 Meter Anstieg mit 180 Grad Wende folgte eine rasante, kurvenreiche Abfahrt und kaum war man bei Start/Ziel durch kam schon wieder der Anstieg. Infolge dessen, zersplitterte das Feld von Beginn an in einzelne Gruppen und Fahrer, deren Konstellation rundenweise wechselte. Die beste Technik und Taktik zeigte auf diesem Kurs Moritz, der als 34ter ins Ziel kam. Louis und Luca folgten auf den Plätzen 42 und 66.

Am Sonntag dann die Königsetappe „Rund um Podelzig“, einigen Hamburger Radsportlern noch von der Norddeutschen Meisterschaft 2011 bekannt und von manchen Radsportlern auch als „Hölle des Ostens“ benannt.

Ein 16prozentiger Berg mit rustikalem Kopfsteinpflaster musste von den Kids auf einer 10 km langen Runde drei mal bezwungen werden. Und als wäre dies nicht schon Herausforderung genug, hatte ein Gewitter in der Nacht, die teils moosigen Steine extrem rutschig und glatt gemacht.

Die Folge: durchdrehende Hinterräder, querstehende Rennräder, Rennfahrer auf dem Boden, mit geschultertem Rad und/oder dem Versuch vom Pflaster auf den sandigen Seitenstreifen auszuweichnen. Auch wenn Crosserherzen da höherschlager...mit Rennradschuhen auf schierseifigen Steinen im Renntempo steil berghoch zu laufen brachte etliche der Nachwuchsfahrer an ihre Grenzen und nahe den Tränen. Etliche Fahrer stiegen aus.

Unsere drei Hamburger fuhren bzw. liefen durch (Louis, 33; Moritz 43; Luca 63). und belegten nach drei Tagen, 109 Gesamtkilometern und einer Gesamtfahrzeit von 3;01,25 Stunden (Moritz), 3;02,32 (Louis) sowie  3;14,06 (Luca) die Plätze 36, 42 und 65.

Heinrich Berger vom Harvestehuder RV lieferte übrigens auf dieser letzten Etappe am berüchtigen Zeisigberg eine starke Vorstellung ab, war zwischenzeitlich  mit einer Gruppe raus und kämpfte um den Tagessieg mit. Ein Defekt verhinderte dies leider jedoch. Dafür konnte Leon sein Sprinttrikot und Gesamtplatz 7 auch am letzten Tag verteidigen.

Egal ob groß oder klein, wer diese Rundfahrt meistert ist im Radsport angekommen.

Jungs, ihr wart großartig.

Rona Rohde
07.07.2014

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