Qualitätsjournalismus

Rad-Rambos in der MOPO

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Jeden Tag eine neue Sau durchs Dorf treiben, gehört zum Geschäft. Zum Geschäft der Politik, zum Geschäft der Medien und auch auf dieser Seite sollten mindestens zwei neue Artikel in der Woche erscheinen. Man will ja nicht in Vergessenheit geraten. „Rad-Rambos“ war der Aufmacher der Hamburger Morgenpost am Mittwoch (11.04.2012).

Da fühlt man sich als Radsportler schon angesprochen. Es gab einen Hinweis und ich sah mich genötigt, eine Morgenpost zu besorgen. Die Verpackung ist das Wichtigste und es hat ja gewirkt. Der Inhalt des Artikels lohnt die Aufregung aus Radfahrersicht nicht, bietet aber Anschauungsmaterial wie unsere Presse so arbeitet. Das ist jetzt ein heikles Thema, von wegen keine Politik, der RVH ist schließlich parteipolitisch neutral, und man will ja auch die Zeitung nicht vergrätzen. Aber das Ding ist gekauft, jetzt kann ich nicht anders.

Qualitätsjournalismus erkennt man an der Auflage. Und der Aufwand sollte möglichst niedrig sein. Ein wenig googeln und bei den Kollegen abschreiben, dazu ein paar gestellte Fotos bei der Agentur beschaffen und fertig ist die Schlagzeile. Aufreger und Auflage gesichert, da braucht man gar nicht nach draußen gehen und selber gucken. Im Frühjahr kommen Radfahrer gut. Wir sind zwar alle irgendwie Radfahrer, aber eben auch Autofahrer und Fußgänger. Und der „sichere“ Radweg ist immer dazwischen. Der Benutzer eignet sich als Feindbild für die beiden anderen Gruppen. Ein schönes Beispiel wie so etwas funktioniert, war in der Hamburger Mopo zu lesen. Die Titelseite mit einem Piraten auf dem MTB, zusammen der Schlagzeile „Attacke auf die Rad-Rambos“, sorgt erst einmal für Antipathie. Das ärgert, der Rest ist eher mittelmäßig bis leicht komisch.

Als Minister muss man hin und wieder das mit der Sau machen. So auch unser Verkehrsminister, der Herr Dr. Ramsauer. Gibt man z.B. bei der Saarbrücker Zeitung als Suchbegriff „Ramsauer“ ein, dann bekommt man:
05.01.12 Ramsauer sagt Kopfhörern im Straßenverkehr den Kampf an
10.02.12 Verkehrsminister Ramsauer will Sünderkartei für Autofahrer verschlanken
02.04.12 Ramsauer gegen generelles Nachtflugverbot
11.04.12 Ramsauer wütend über "Kampf-Radler"


Der Mann macht einfach seinen Job, etwa einmal im Monat muss etwas über ihn in der Zeitung stehen. Genauso wie die Kollegen von der MOPO. Die scheinen über Telepolis auf das Thema gekommen zu sein. Denn im gedruckten Artikel steht als Quelle, die Neue Osnabrücker Zeitung, genauso wie im Telepolis Artikel. Da findet man zwar auch vieles über Herrn Ramsauer, aber das zu den Kampf-Radlern nicht. Im MOPO-Internet-Artikel ist dann die Quelle über die Saarbrücker Zeitung verlinkt.

Nicht aufregen, die machen alle nur ihren Job. Aber wer kümmert sich um den sicheren Straßenverkehr für alle Verkehrsteilnehmer? Eine vernünftige Verkehrsführung, die auch dem Autofahrer klar macht, dass der Radfahrer auf die Straße gehört, steht an. Ist auch irgendwie beschlossen, aber man sieht nichts davon.
Burkhard Sielaff
11.04.2012

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