Im Schatten der DM und des Anti-Doping-Kampfes

Sondersitzung in Wiesbaden: BDR-Präsidium und Landesvorsitzende

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Charme der Landeshauptstadt Wiesbaden: der Eingang zum Hauptbahnhof der DB.

Im Vorfeld der Deutschen Straßenmeisterschaften gab es am Freitagabend in Wiesbaden eine mehrstündige Sondersitzung des Präsidiums des Bund Deutscher Radfahrer (BDR) und der BDR-Landesvorsitzenden in Wiesbaden. Hauptthema: die Anti-Doping-Maßnahmen. 

Auf der Sitzung wurde streckenweise recht lebhaft diskutiert. Für den Radsport-Verband Hamburg (RVH) hat der 1. Vorsitzende teilgenommen. Die Beschlüsse auf der Sitzung erfolgten grundsätzlich einstimmig. Hier wird klar, dass sich der BDR – bei allen Turbulenzen – geschlossen zeigt.

Einhellig bestätigten die Sitzungsteilnehmer die Entscheidung des BDR, die unter Dopingverdacht stehenden Rennfahrer Jörg Jaksche und Matthias Kessler von der Rad-Straßenmeisterschaft am Sonntag in Wiesbaden auszuschließen. Gleichzeitig werden die Landesverbände gebeten, bis auf Weiteres die Ärzte Dr. Löbl und Dr. Müller nicht mehr bei Rennveranstaltungen einzusetzen. Staatsanwaltschaftliche Ermittlungen, die an verschiedenen Orten in der Bundesrepublik gegen „kriminelle Doping-Strukturen“ laufen, so der BDR-Präsident Rudolf Scharping, werden vom BDR unterstützt.

Nachdem der mit Dopingvorwürfen konfrontierte BDR-Vizepräsident Udo Sprenger Anzeige gegen Unbekannt erstattet hat, geht die Staatsanwaltschaft Wiesbaden nun dem Verdacht der Verleumdung nach. Ein anonymer Zeuge hatte dem Vizepräsidenten in einem ARD-Beitrag vorgeworfen, Doping im Team Nürnberger organisiert und schwarze Kassen unterhalten zu haben. Einhellig kritisierten Sitzungsteilnehmer in scharfer Form, dass hier eine Person anonym schlimme Gerüchte in die Welt gesetzt habe. Man kenne bisher nicht einmal den genauen Text der „Eidesstattlichen Erklärung“. Das BDR-Präsidium und die Landesvorsitzenden gehen – einstimmig – von der Unschuld Udo Sprengers aus.

BDR-Präsident Scharping wies erneut darauf hin, dass der BDR als einziger Sport-Spitzenverband alle seine Kader-Athleten – das sind rund 400 – mittels eines Programms zur Analyse von Blutprofilen erfasst habe. So könne der BDR erforderlichenfalls auch noch lange Zeit nach den jeweiligen Rennen DNA-Abgleiche vornehmen lassen. Auch Blutvolumenmessungen seien jederzeit möglich. Außerdem werde die Zahl der Doping-Trainingskontrollen beträchtlich erhöht. Diese eindeutigen Maßnahmen zeigten, dass der BDR weiterhin entschlossen sei, Doping überzeugend zu bekämpfen.

Den Präsidiumsmitgliedern und den Landesvorsitzenden ist klar, dass die zur Veröffentlichung anstehenden neuen Erklärungen des Rennfahrers Jörg Jaksche – im ZDF, in der ARD sowie im Spiegel (Online und Print) – zu weiteren Turbulenzen in der Sportszene führen werden.

Rudolf Scharping, vor kurzem noch beruflich in Dubai, wird zum Beispiel im Aktuellen Sportstudio des ZDF am Samstag – kurz nach Mitternacht - zu den Vorwürfen dezidiert Stellung nehmen und die Anti-Doping-Politik des BDR verdeutlichen.
Text und Foto: Manfred Schwarz
01.07.2007

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