SUICYCLE-Bahnpokal 05.07.

Vi ses pa onsdag

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Foto: Privat

Das unsere nördlichen Nachbarn besonders Radsportbegeistert sind, ist kein Geheimnis. Straßenrennen finden in Dänemark für alle Klassen, bestens organisiert oft sogar mehrtägig statt. Das dänische Sportler- und Sportlerinnen auch im Bahnradsport international erfolgreich sind, hat sein Fundament auch in einer wiederbelebten aktiven Szene, jenseits der Hauptstadt. Während in Odense (Thorvald Ellegaard Arena) und Ballerup (Ballerup Super Arena) auf sibirischer Fichte und unter einem geschlossenem Dach gefahren wird, bietet die älteste Radrennbahn Dänemarks, die Cyklebane in Aarhus noch den ursprünglichen Betonbelag und die Sicht frei zum Himmel.

Michael Berling, selbst erfolgreicher Rennfahrer (u.a. mehrfacher dänischer Meister und EM-Zweiter auf der Bahn), hat sich der Bahn in Dänemarks zweitgrößter Stadt nicht nur angenommen, er gestaltet dort auch das halbjährige Veranstaltungsprogramm sowie die Trainingszeiten für Jugend bis Senioren. Wie wichtig sind die Trainingsangebote auf der Cyklebane für die lokalen und regionalen Sportler? „Unsere Radrennbahn hatte früher natürlich einen wesentlich höheren Stellenwert im nationalen Sport – hier fuhren früher zahlreiche Olympia- und Weltmeister um ihre Bestzeit“ so Michael Berling. „Nachdem es dann 20 Jahre fast niemanden mehr gekümmert hat, was man aus dem 333 Meter langen Oval herausholen kann, läuft es sportlich seit einigen Jahren hier wieder an. Wir haben mittlerweile wieder einen guten Zulauf. Das Interesse ist da - für den Bahnradsport und Cyclocross, welcher hier dann in den Wintermonaten trainiert wird.“

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Foto: Privat

Und wie kommen diese Angebote bei den Kinder- und Jugendlichen an – gibt es da spezielle Programme? „Wir haben innerhalb unseres Vereins (C.K.Aarhus)) schon sehr viele Kinder, die wir mit unseren Angeboten erreichen. Zudem sind wir jetzt bestrebt, zusammen mit dem ESAA (Elite Sports Akademi Aarhus) den direkten Weg an die Schulen zu gehen, um dort den Bahnradsport aber auch den Radsport im allgemeinen auf den Stundenplan zu bringen. Joachim Parbo (u.a. mehrfacher dänischer Cyclocross-Champion und WM-Teilnehmer) begleitete z.B. in einem Projekt täglich Kinder auf dem Weg zur Schule, um diesen auch im Alltag sicheres Radfahren beizubringen, sie aber auch für das Radfahren überhaupt zu begeistern. Wir wollen nicht nur darauf warten, dass diese zu uns kommen - wir wollen diese praktisch abholen und vor allem mitnehmen. Und das in vielerlei Hinsicht."

Gibt es für derartige Projekte und Engagements eine Unterstützung von Seiten der Stadt oder Verbänden? Michael Berling: „Wir haben eigentlich einen sehr guten Draht zu den Mitarbeitern der Stadt und sie erkennen auch die Wichtigkeit unseres Engagements an – nur wenn es darum geht, unsere Arbeit und die Radrennbahn auch finanziell zu unterstützen, stehen wir dann eher doch mit leeren Händen da.“ In jeder Hinsicht ist da auch in Aarhus der Fußball zum Beispiel Welten besser gestellt. In direkter Nachbarschaft zur Cykelbane hat das dänische Superliga-Team Aarhus GF seine Spielstätte, welches mit städtischen Fördergeldern wesentlich besser ausgestattet ist, als die am 2. Juli 1893 noch an anderer Stelle, erstmals eröffnete Radrennbahn in Aarhus (http://www.aarhuscyklebane.dk/).

Das ist sicherlich kein alleiniges Problem, welches nur die Radrennbahn in Aarhus betrifft – geht es aber auch darum, mit den Möglichkeiten die man hat, für möglichst alle, das Beste daraus zu machen. „Wir haben mittlerweile sogar bei uns einen Tages- und Dauerkartenverkauf angekurbelt. Und zu einigen Renntagen ist unsere Tribüne schon gut gefüllt. Die Zuschauer erkennen es an, dass hier etwas passiert ist. Das motiviert natürlich – hatten wir erst letzte Woche die dänischen Meisterschaften im Omnium bei uns auf der Bahn, so war vor kurzem auch die UEC (European Cycling Union) mit einer Delegation hier, um sich ein Bild über eine mögliche Bahn-EM in Aarhus zu machen“ gibt sich Berling typisch-dänisch optimistisch.

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Und wenn nicht ein Unwetter dazwischengekommen wäre und die Veranstaltung kurzfristig abgesagt werden musste, hätte es unlängst, nach 1984, auch wieder eine Hamburg-Auswahl zum prestigeträchtigen Städtewettbewerb By-Kamp in die aktuelle Kulturhauptstadt Europas geschafft. Denn ein schützendes Dach gibt es an der Jyllands Alle nicht. Dennoch: Um an Rennveranstaltungen auf der Bahn in Aarhus teilzunehmen, und auch mal ein wenig internationalen Bahnradsport-Flair einzuatmen und an der Herausforderung einer dortigen Teilnahme zu wachsen oder einfach nur Spaß dabei zu haben, bieten sich noch die folgenden Termine an: Jeweils am 10.08., 26.08., 08.09. und 22.09. freut sich Michael Berling und sein Team auf einen Gegenbesuch aus Hamburg. Die etwas über drei hundert Kilometer Autobahnfahrt legten zahlreiche dänische Bahnsportler in dieser Saison schon regelmäßig zurück. Deren Ziel auf einem Mittwochabend, unser Suicycle-Bahnpokal. Nicht nur das sie damit unsere Bahnpokal-Serie zu einem internationalen Bahnrennen werden ließen und mit Astrid-Marie Björn-Sörensen (C.K. Aarhus) eine amtierende dänische Meisterin an Bord hatten, vielmehr bereicherten sie bislang die Spannung und den sportlichen Reiz der Rennen. Jacob Frandsen (C.K. Aarhus)/Team We Bike) fuhr zudem den Tagessieg in der Männer-Elite ein – und Martin Steffensen (Kerteminde C.K.) liegt in der Masters-Gesamtwertung aussichtsreich auf Rang zwei. Auch zum nächsten Suicycle-Bahnpokal am 05.07. (Start ab 17:30 Uhr Informationen zum Programm unter: http://www.radsport-hh.de/cms/index.php?aktivitaeten-bahn) darf wieder mit dänischer Beteiligung gerechnet werden. Uns würde es freuen. Und Michael Berling auch. Denn dieses Mal hat er sich auch einen Start in Hamburg fest vorgenommen. Vi ses!

Joerg Steffens
02.07.2017

Sponsoren

Dello
Biehler Sportswear
Stevens
Bergamont

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