TMP-Jugendtour 2018

Vier Etappen an drei Tagen

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Ein hartes Wochenende liegt hinter unseren U17-Straßenrennfahrern.

Acht Jungs und ein Mädchen waren nach Gotha in Thüringen gereist, um dort an der berühmt-berüchtigten TMP-Jugendtour teilzunehmen, die in diesem Jahr zum 20. Mal aufgelegt wurde. Vier Etappen an drei Tagen – und das in einem internationalen Fahrerfeld das stets mit Nationalmannschaften und allen aktuellen deutschen Top-Fahrern besetzt ist. Die TMP-Tour zählt zu den wichtigsten „großen“ Rundfahrten im Nachwuchsbereich – und wir sind froh, dass wir auch in diesem Jahr wieder anreisen konnten, auch Dank der Unterstützung durch den Club TdC.

Nachdem es für die Hamburger Fahrer Ehrensache war, am Vortag/Himmelfahrt auch noch den großen Preis von Buchholz zu fahren, reiste die Delegation mit einer gewissen (und gewiss nicht optimalen) Vorbelastung an – daher gab RG Hamburg-Trainer Leonard Dieckmann für den Prolog am Freitag, bei dem „nur“ die Führungstrikots verteilt wurden, die Devise aus: Jeder so, wie er kann – und nicht zwingend jede Attacke und jeden Zwischensprint mitgehen. Das lief zum Glück für alle Teilnehmer recht gut.

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An Tag zwei stand morgens ein Bergzeitfahren an – 5 Kilometer leicht bergauf, mit einer kurzen, etwas steileren Passage. Für unsere Bergfahrer Daniel Prien, Noah Böker  und Cedric Stein (alle RG Hamburg) ist dieses Zeitfahren immer zu flach – für die kraftvollen „Drücker“ hingegen etwas zu steil. Leider sprangen in diesem Jahr maximal Plätze im Mittelfeld (150 Starter insgesamt) heraus.

Der spätere Gesamtsieger Marco Brenner legte hier bereits sein Fundament und fuhr auf eine extrem starke Konkurrenz 25 (!) Sekunden Vorsprung heraus. Das sind Welten!

Gute Beine hatte hingegen Erstjahr-Fahrerin Marla Sigmund (FC St. Pauli Radsport), die erst vor einem guten halben Jahr mit Leo Diekmanns strukturiertem Training begonnen hat und auf Anhieb Platz 23 erreichte. Am Nachmittag stand dann auf anspruchsvoll profiliertem und windanfälligen Kurs ein Rundstreckenrennen an (60 Kilometer für die Jungs, 38 Kilometer für die Mädchen). Während sich Marla hier hervorragend im geschlossenen Hauptfeld behaupten und ihre Gesamtposition sogar leicht verbessen konnte, zerfiel das Feld bei den Jungs ab Runde eins. Da wurde mächtig am Horn gezogen – und schon früh im Rennen musste Jean Luca Kunz (Harburger RG) nach einer Kollision das Hinterrad wechseln. Wenig später erwischte es Noah Böker, der zwar nicht zu Fall kam, aber doch viel Zeit verlor, sein Rad für die Weiterfahrt zu richten. Und bei so einem Rennen, das vom Start an den Charakter eines Ausscheidungsfahrens hatte, ist man ohne Chance, sich wieder an das enorm langgezogene Feld heranzuarbeiten. Runde um Runde wurde die Führungsgruppe kleiner – am Ende schafften es Daniel Prien, Hannes Anders, Benet Metz (alle RGH) und Jasper Pahlke (Harvestehuder RV), sich mit der enorm starken Spitze ins Ziel zu retten.

Da unsere Jungs somit vor dem letzten Rennen am Sonntag bestenfalls im Mittelfeld platziert waren, hieß es: Alles oder nichts. Wieder wurde vom Start weg enorm Gas gegeben – die Erstjahresfahrer Noa Nick Metzler, Cedric Stein und Noah Böker (RGH) gaben in der ersten Rennhälfte alles, um die beiden Kapitäne Daniel Prien und Jasper Pahlke zu schützen, mussten aber nach Defekten (Cedric) und mit inzwischen schweren Beinen das Feld irgendwann ziehen lassen. Der Versuch einer Schlussattacke durch Jasper wurde leider vereitelt – gemeinsam mit Daniel, Benet und Hannes erreichte er das Ziel. Bester Hamburger war am Ende Daniel, auf Gesamt-Platz 40.

Besser lief es bei Marla – ihr hatte Trainer Leo vor dem Rennen aufgetragen, auf jeden Fall an den Hinterrädern der dominierenden BDR-Mädels vom Nationalkader zu bleiben. Diesen Auftrag erfüllte sie perfekt. Großer Jubel bei uns im Begleitfahrzeug, als der Tour-Funk gleich in zwei Runden durchgab: Marla jeweils auf Platz drei der Bergwertung – immer am Hinterrad der BDR-Fahrerinnen... In der Gesamtwertung wurde sie mit einem hervorragenden 19. Platz belohnt und konnte dabei sogar zwei der starken BDR-Fahrerinnen noch hinter sich lassen.

Der Wermutstropfen: Nicht immer waren die Tages- und Gesamtergebnisse frei von Anlässen zur Diskussion. Bei der TMP-Tour wird allein per Zielkamera ausgewertet – das macht die Sache für die Jury enorm schwierig. Sicher wäre allen – Fahrer/innen und Ausrichtern – sehr geholfen, wenn künftig Transponder zum Einsatz kämen, zumal sicher niemand der Tour fernbleiben würde, wenn das Startgeld entsprechend erhöht würde.

Für die Fahrerinnen und Fahrer geht es nun mit einer Rundfahrt in Dänemark und einigen Sichtungsrennen weiter, ehe dann im Juni das erste Saisonziel folgt: die Deutsche Meisterschaft Straße.

Alexander Böker
15.05.2018

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